Substitutionsbericht

11.04.2024
Ausgabe 2/2024
1 min. Lesedauer

Die Zahl der substituierenden Ärzte in Deutschland hat sich in den vergangenen beiden Jahren kaum verändert. Das geht aus dem Bericht zum Substitutionsregister des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hervor. Im Jahr 2023 waren 2.436 Substitutionsmediziner tätig, acht weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Patienten stieg um 400 auf insgesamt 81.600. Levomethadon wurde am häufigsten verordnet (38,3 %). Damit stieg der Anteil des Medikaments am Gesamtvolumen erneut (2022: 37,8 %). Die Zahl der unerlaubten Doppelbehandlungen von Patienten sank 2023 leicht auf 269 (2022: 284). Substituierende Praxen sind bundesweit nach wie vor sehr ungleich verteilt. In zahlreichen ländlichen Gebieten gibt es keine Versorgung.

Fentanyl

11.04.2024
Ausgabe 2/2024
3 min. Lesedauer

Fentanyl und andere Opioide sorgen in den letzten Jahren zunehmend für Besorgnis. Gründe dafür sind die kontinuierliche Verschärfung der Situation in Nordamerika und die angekündigte Einschränkung des Opiumanbaus in Afghanistan, aber auch Entwicklungen in Europa. Dazu gehören z. B. die (mittlerweile als überwunden geltende) Fentanylkrise in Estland sowie Meldungen aus dem Jahr 2023 aus Dublin und Birmingham, in denen die Beimengung hochpotenter, illegal hergestellter Opioide im Heroin zu Not- und Todesfällen führte. Auch in Deutschland wird Fentanyl schon seit vielen Jahren konsumiert (vgl. subletter 05/23). Hierbei handelt es sich nach allem, was bekannt ist, um pharmazeutisch hergestelltes Fentanyl (z. B. Auskochen und Injizieren von Pflasterinhaltsstoffen). Die Substanz war in den Jahren 2021 und 2022 an knapp 200 drogenbedingten Todesfällen beteiligt (2021: 102, 2022: 83).

Pflegebedürftigkeit

11.04.2024
Ausgabe 2/2024
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Die medizinische Versorgung älterer und pflegebedürftiger Drogenkonsumierender lässt viele Wünsche offen. Yannick Steinrück und Ina Amberg, staatlich anerkannte Sozialarbeitende in Hessen, berichten im 10. Alternativen Drogen- und Suchtbericht 2023 über die Versorgungssituation und soziale Lage älterer und pflegebedürftiger Menschen in der niedrigschwelligen Frankfurter Suchthilfe (online unter iww.de/s10099). Ursula Katthöfer (textwiese.com) fragte Yannick Steinrück, wie Substitutionsmedizin und Drogenhilfe die Situation verbessern können.

Synthetische Opioide

11.04.2024
Ausgabe 2/2024
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Bei einer Personenkontrolle Ende 2023 stellte die Münchner Polizei Heroin sicher, das mit Carfentanyl verunreinigt war. Es wird in der Veterinäranästhesie angewandt, um z. B. Elefanten zu betäuben, besitzt eine 7.500-fach stärkere analgetische Wirkung als Morphin und gilt als gefährlichste Droge der Welt. In Europa wurde mit Carfentanyl verunreinigtes Heroin in den vergangenen Jahren mehrmals sichergestellt. Die Europäische Drogenbeobachtungsstelle EMCDDA meldete mehrere Dutzend Todesfälle u. a. in Belgien, Estland, Norwegen, Schweden und Großbritannien.

Komorbidität

11.04.2024
Ausgabe 2/2024
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Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) kommen bei Heroin-Konsumierenden deutlich häufiger vor als in der Allgemeinbevölkerung. Das Risiko, an Atemwegserkrankungen zu sterben, ist hier etwa 10- bis 15-fach erhöht. Die COPD als gesundheitliche Komplikation des Heroinkonsums wird – anders als z. B. Hepatitis C – jedoch häufig vernachlässigt, obwohl sie das Risiko einer tödlichen Überdosierung erhöht und sich negativ auf die Lebenserwartung auswirkt. Häufig wird die Erkrankung bei Drogenabhängigen nicht erkannt und damit auch nicht adäquat behandelt, wie Prof. Dr. Shane Darke von der University of New South Wales in Kensington, Australien darstellt.

Betäubungsmittelverkehr

11.04.2024
Ausgabe 2/2024
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Einer Apothekerin wurden mehrere Verstöße gegen Vorschriften des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) in Gestalt der nicht ordnungsgemäßen Nachweisführung vorgeworfen. Dieser Verstoß gegen Vorschriften, die in erster Linie der Überwachung des BtM-Verkehrs und im Fernziel dem Gesundheitsschutz dienen, ist für sich allein genommen aber nicht ausreichend, um eine hinreichende Wahrscheinlichkeit für eine konkrete Gesundheitsgefahr zu begründen (im Sinne dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, § 64 Abs. 4 Nr. 4 Arzneimittelgesetz [AMG]) und damit eine vorläufige Schließung der beiden Apothekenfilialen der Apothekerin zu rechtfertigen, so das Verwaltungsgericht [VG] München mit Beschluss vom 02.01.2024 (Az. M 26b E 23.5834).